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Erfahrungsbericht MPU

 

Als ich 5-6 Jahre alt war hatte ich gesehen wie sich meine Eltern schlugen und stritten.
In der Nacht verschwand mein Vater. Ich hatte meine Mutter gefragt, wo Papa sei aber ich bekam keine Antwort.
Nach 4 Monaten sahen ich und meine Geschwister unseren Vater. Kurz darauf war schon die Scheidung. Im Gerichtssaal bin ich hin und her gelaufen, mal zu meiner Mutter und dann zu meinem Vater und dann sogar zur Richterin.
Auf einmal fragte mich die Richterin wo ich gerne in Zukunft leben möchte, ich drehte mich um und sah beide an und konnte keine Antwort darauf geben.
Bei meiner Mutter hatten wir alle ein schweres Leben. Meine Mutter war von morgens bis abends nur arbeiten. Sie war oft nicht da wenn man sie geraucht hatte. Meine Geschwister und ich hatten oft Streit. Der Kleinste von 5 Geschwistern zu sein war nicht leicht, da hatte man nicht viel zu melden.
In der Hauptschule fing es an mit Schlägereien. Meistens hatte ich es drüber bekommen weil ich mir meist alles gefallen gelassen habe, war der Sündenbock für alle.
Irgendwann hatte ich so viel Wut in mir dass ich mich mal gewehrt habe, auf einmal gehörte ich zu den Großen die was zu melden hatten.
Zu dem Zeitpunkt veränderte ich mich so dass „blau machen“ und Schlägereien zur Tagesordnung gehörten.
Ich hatte es so weit geschafft, dass ich 2x hintereinander sitzen blieb. Damals war ich voll stolz auf meine Leistung. 
Als meine Mutter erfuhr was ich so den ganzen Tag machte, habe ich voll von ihr eine drüber bekommen.
Aber diesmal wehrte ich mich gegen meine Mutter. Ich wehrte mich und sie hatte von mir eine geklatscht bekommen.
Das eine Jahr Stubenarrest störte mich nicht.
Habe so weiter gemacht wie ich aufhörte.
Meine Eltern stritten sich noch über das Besuchsrecht. Am Anfang war das jede Woche dann alle 2 Wochen.
Die Ferien verbrachte ich immer bei meinem Vater. Er lebte nach der Scheidung bei Opa und Oma.
Bei Opa durfte ich alles machen was ich wollte.
Mit meinem Opa trank ich mein erstes Bier und mein Vater hatte mich dabei erwischt. Das gab voll die Predigt und Stubenarrest.
Wie immer stritten sich meine Eltern und ich habe Opa und Oma 4-5 Jahre nicht gesehen.
Ich habe versucht zwischendurch  mal den Kontakt dorthin wieder aufzubauen, aber meine Mutter schaffte es immer wieder, das zu verhindern.
Durch einen Zufall habe ich es doch noch geschafft ohne dass sie es erfuhr.
Opa und ich hatten viel Spaß an dem Tag.
Am nächsten Tag rief mein Vater mich an, dass Opa tot sei.
Zuerst habe ich das gar nicht geglaubt und habe noch Witze darüber gemacht. Ich wollte das nicht wahrhaben.
Ich habe mir im Leichenschauhaus ihn angeschaut und als ich ihn da liegen sah glaubte ich das.
Da ist für mich eine Welt zusammen gebrochen.
Ich habe mich nicht getraut über meine Gefühle und Gedanken zu reden. Bis jetzt konnte ich nicht über meine Gedanken und Gefühle reden, weil ich Angst davor hatte.
Bei mir staute sich immer mehr die Wut. Ich fing wieder an meine Wut bei anderen Leuten auszulassen.
Diesmal fing es an in der Schule knapp zu werden.
Da hatte ich noch Glück dass ich ein Jahr Verlängerung bekommen habe. Aber die Chance nutzte ich nicht richtig und ging nach der Klasse 8.
Mit den Schlägereien hatte ich schon so viel auf meinem Polizeikonto stehen, dass ich im Jahr 2000 1 Woche Dauerarrest und 5 Jahre Bewährung  hatte.
Die Richterin sagte zu mir dass ich ein Anti-Agressions-Programm mitmachen sollte.
Im Knast habe ich mir geschworen an mir zu arbeiten.
Ich suchte mir eine Arbeit und fing an zu arbeiten.
Am Anfang fragte ich mich immer warum Chef aus seinem Büro nach Feierabend kam und knallrote Augen hatte.
Nach Feierabend kam Chef und Chefin und sein Patenkind aus dem Büro, waren durstig und hungrig und es roch komisch aus dem Büro.
Eines Tages bin ich und Sascha=Patenkind vom Chef, blöd durch die Gegend gefahren und sind abends mal zur Firma gefahren und haben uns erstmal ein Bier getrunken.
Beim Trinken hatte er das Gras ausgepackt und drehte einen Joint. Er machte ihn an und fragte mich nach kurzer Zeit ob ich auch mal gerne ziehen möchte.
Erst sagte ich nein, aber keine 2 Minuten später ja, ich wollte mal schauen wie es so ist.
Nach ein paar Mal ziehen war ich schon dicht. Das nächste Mal war ein paar Tage später. Am Anfang habe ich nur am Wochenende gekifft.
Aber dann wollte ich immer mehr und habe alle 2 Tage einen Joint geraucht.
Und dann war es schon so weit, dass ich jeden Tag einen geraucht habe. So ging es dann 3 Jahre lang.
Nach drei Jahren hatte ich die Schnauze voll und habe eine Pause gemacht von 6 Monaten um den Körper zu entschlacken.
Ich rauchte dann 1 Joint wieder und der knallte mich voll von der Erde.
In der Zeit wo ich anfing habe ich gemerkt dass ich keine Prügeleien mehr hatte.
Ich hatte gehört, dass Chris auch Drogen nimmt und so habe ich den Kontakt zu ihm aufgenommen.
Wenn ich zu Hause Palaver hatte und es nicht so auf der Arbeit gelaufen ist ballerte ich mir den Kopf zu.
In den Jahren hatte ich Leute kennen gelernt die schon 10 Jahre und mehr rauchten und nie erwischt wurden.
Die habe ich bewundert.
Einen Dealer kannte ich schon Jahre und wusste nichts davon.
Mit ihm habe ich viel erlebt.
Er gehörte zu meinem besten Freundeskreis.
Mit meinem Dealer, seiner Freundin, Christian und Chris sind wir abends einfach los gefahren, haben uns die restlichen Drogen besorgt.
Dann losgefahren zur Loveparade 2003. Dort habe ich zum ersten Mal LSD ausprobiert. Aber für mich war das Zeug nichts.
Alle sind voll drauf abgegangen.
Wie ich nichts merkte habe ich mir die Schachtel genommen mit den Joints und ballerte mir die Birne zu. Und dann habe ich auch Party gemacht.
Hatte sehr viel Spaß und habe eine Menge Leute kennen gelernt.
Ich und Lode=Dealer wollten noch abends in die Clubs weiter feiern gehen aber die anderen wollten unbedingt nach Hause.
Also sind wir abends nach Hause gefahren.
Ich bin dann zurück gefahren und auf dem Weg hatte ich ein komisches Gefühl aber ich bin doch weiter gefahren.
Auf einmal steht ein Mann auf der Autobahn.
Bei der Fahrt wunderte ich mich, dass die Autobahn leer ist.
Auf einmal steht einer auf der Autobahn mit einem weißen Mantel dreht sich um und auf dem Mantel steht Polizei.
Ich dachte mir oh nein, die Polizei kontrolliert alles was auf der Autobahn fuhr.
Der Polizist sah direkt dass ich was genommen hatte.
Sie machten 2 Tests, da wussten sie 100% Bescheid.
Sie ließen mich trotzdem nach Hause fahren.
Bis zum 18.04.2004 hatte ich noch meinen Führerschein.
Habe trotzdem nach der Abgabe meines Führerscheins 1 Jahr weiter gekifft.
Ich hatte mir mal die Frage gestellt was ich bis zu dem Zeitpunkt geschafft habe.
Eines Tages hatte ich von dem Zeug die Schnauze voll.
Ich sagte zu mir das schaffst du schon alles alleine.
Hatte dann den letzten Joint zu Hause geraucht und nahm Abschied davon.
Ich wollte immer etwas mit meinen Neffen und Nichten unternehmen, aber meine Schwester ließ mich nicht.
Ich erfuhr von meiner Schwester, dass sie mir nicht ihre Kinder geben würde wo ich auf Drogen war.
Sie hatte immer Angst dass was passieren könnte und mir das egal wäre.
Meine feste Arbeit, der Familie wieder Vertrauen geben und ein neuer Freundeskreis sind feste Bestandteile für mein drogenfreies Leben.
Dazu gehört noch dass ich mit auf der Rennstrecke Kart fahre, mein Auto neu aufbaue, Inliner fahre und mich um die Kleinen von meiner Schwester kümmere.
Meinen Neffen bringe ich zum Fußballtraining und geh alle 4 Wochen das Fußballspiel anschauen wo er mitspielt.
Seit ich bei Clean-Way bin habe ich gelernt mit meiner Drogensucht umzugehen, über meine Probleme zu sprechen, sogar mit meiner Familie über Gefühle zu reden und sie zuzulassen.
Dort habe ich gelernt mir einen gesunden Egoismus aufzubauen.
Ich weiß dass ich den Weg den ich jetzt beschreite nicht alleine geschafft hätte.
Clean-Way hat mir gezeigt, dass es doch ein Leben ohne Drogen gibt.
 

Thomas

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